Finanzielle Regelungen

Flexibilität durch Festzuschüsse

Wie für alle Arten des Zahnersatzes zahlen die Krankenkassen auch bei Prothesen ab 2005 einen bestimmten Festzuschuss, der sich nach dem Befund richtet. Die Art der Behandlung kann der Patient dann selbst wählen: Er kann sich nach der ausführ- lichen Beratung beim Zahnarzt für eine implantatgestützte Lösung entscheiden, erhält den entsprechenden Zuschuss und zahlt den verbleibenden Betrag selbst. Vor der Behandlung informiert der Zahnarzt den Patienten auch darüber, welche Kosten in seinem individuellen Fall auf ihn zukommen.

Zuschüsse

Super Suprakonstruktion ab sofort auch mit Zuschuss

Patienten profitieren von neuen Regelungen

Alle reden von den neuen Regelungen, die ab 2005 rund um den Zahnersatz gelten. So ändert sich beispielsweise die Art, wie die Krankenkassen den Zahnersatz bezuschussen. Was auf die Patienten zukommt und welche neuen Möglichkeiten sich ihnen eröffnen, erläutert Zahnarzt Dr. Karl-Heinz Sundmacher im Interview mit der Initiative proDente.

Wie war der Zuschuss der Kassen zum Zahnersatz bisher geregelt?

Die Kassen haben prozentuale Zuschüsse je nach Höhe der Behandlungskosten gezahlt. Allerdings waren manche höherwertige Versorgungen wie Implantate bisher nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen ausgeführt. Deshalb mussten die Patienten solche Lösungen bis auf wenige Ausnahmefälle ganz aus eigener Tasche bezahlen. Nun ändert sich die Systematik der Kostenübernahme: Seit Jahresbeginn zahlen die Kassen den so genannten befundorientierten Festzuschuss.

Was verbirgt sich hinter diesem Begriff?

Das Prinzip dahinter lautet: Gleiche medizinische Ausgangssituation, gleicher Zuschuss. Der Teil, den die Kasse übernimmt, orientiert sich nicht mehr an den Kosten der jeweiligen Behandlung, sondern am Befund des Patienten letztlich also an dem Schaden, der behoben werden soll. Dies sind der Grad des Zerstörungszustandes eines Zahnes, der Anzahl und Lage der fehlenden Zähne und der vorliegenden Restgebisssituation der Kiefer. Das heißt beispielsweise: Soll der Zahnersatz eine Lücke von drei Zähnen im Kiefer schließen, gibt es einen festgesetzten Zuschuss für eben dieses Krankheitsbild.

Wonach richtet sich der Zuschuss und wer hat die Höhe festgelegt?

Natürlich gibt es eine Fülle verschiedener Befunde in der Zahnmedizin. Für die Festsetzung der Zuschüsse hat ein Expertengremium, der Gemeinsame Bundesausschuss, dem unter anderem Zahnärzte und Kranken- kassenvertreter angehören, die Befunde katalogisiert. Für jeden Befund wurden die durchschnittlichen Kosten einer ausreichenden, zweckmäßigen und wirtschaftlichen Versorgung mit Zahnersatz ermittelt. Diese so genannte Regelversorgung bildet die Basis für die Berechnung der Zuschusshöhe. Außerdem bleibt weiterhin das Bonusheft wichtig: Wer regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen nachweist, kann den Zuschuss seiner Kasse erhöhen.

Was bedeutet der befundorientierte Festzuschuss für den Patienten?

Er profitiert besonders dann, wenn er Wert auf eine hochwertige Versorgung legt. Denn die Kassen zahlen die Festbeträge unabhängig davon, für welche Art des Zahnersatzes sich der Patient tatsächlich entscheidet. Fehlt ihm etwa ein Zahn, so erhält er einen bestimmten Betrag von seiner Kasse egal, ob er eine Brücke, eine herausnehmbare Lösung oder ein Implantat wählt. Damit entscheidet er selbst, welchen Eigenanteil am Zahnersatz er übernimmt bei einem Implantat muss der Patient natürlich mehr Kosten selbst beisteuern. Aber es gibt keine Art der Versorgung mehr, bei der er komplett leer ausgeht.

Kontakt: Zahnarztpraxis Dr. Marlie Pirkl-Nolte - Weender Straße 54 - 37073 Göttingen - Tel. 0551/410 50 -  Fax 0551/580 12